Einsatz für soziale Gerechtigkeit

Foto: Josue Navas COPAE

Begegnungen, die bewegen: Rosario No’j Xoyon und  Mariola Vicente Xiloj aus Guatemala besuchen im April die  Steiermark. Bei Workshops und Vorträgen erzählen sie, wie sie sich in ihrer Heimat für die Rechte der indigenen Mehrheitsbevölkerung einsetzen. Reservieren Sie jetzt einen Workshop-Termin!

Armut und soziale Ungleichheit sind in allen Gesellschaften zu finden. Auch in Österreich wird darüber diskutiert, wie gerecht der Wohlstand verteilt ist. Gegenwärtig verfügt eine Minderheit über Geld und Vermögen im Überfluss. Zugleich haben immer mehr Menschen zu wenig für ein gutes Leben. Eigentlich sind aber doch genug Ressourcen für alle da – sie sind nur sehr ungleich verteilt. Es gilt also die Frage zu beantworten, was wir für ein Leben brauchen, was wirklich gut für alle ist.

Auch in Guatemala ist die Frage der gerechten Verteilung ein wichtiges Thema. In keinem anderen Land in Lateinamerika ist die Schere zwischen Arm und Reich so groß. Der größte Teil der natürlichen Ressourcen, des wirtschaftlichen Vermögens und der politischen Gestaltungsräume sind in der Hand einiger weniger Personen. Zudem sind die Folgen des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs bis heute spürbar: Ethnische Diskriminierungen, Menschenrechtsverletzungen und Gewalt sind auch 20 Jahre nach Unterzeichnung der Friedensverträge allgegenwärtig.

Besonders davon betroffen ist die indigene Mehrheitsbevölkerung, die das Land mit ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt prägt. Das auf den ersten Blick beeindruckende Bild einer vermeintlich multikulturellen Gesellschaft hält jedoch bei einer näheren Betrachtung nicht stand. Zu offenkundig sind die sozialen Gegensätze sowie die wirtschaftliche und politische Ausgrenzung der indigenen Gemeinschaften. Trotz Repressalien seitens der staatlichen und wirtschaftlichen Eliten leisten sie gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen beharrlichen Widerstand.

Begegnung mit Gästen

Unsere Gäste Rosario No’j Xoyon und Mariola Vicente Xiloj erzählen, wie sie sich in ihrer Heimat Guatemala für ein würdiges Leben der benachteiligten indigenen Mehrheitsbevölkerung einsetzen – mit Unterstützung aus Österreich. Sie fordern Mitspracherecht und Teilhabe an Bildung, Gesundheit, Justiz und Kultur. Sie schlagen alternative Wirtschaftssysteme vor, die die Umwelt schützen und zu einem guten Leben für alle Menschen beitragen. Sie inspirieren und machen Mut.

Ein erfülltes Leben für Frauen – dafür setzt sich Rosario No’j Xoyon ein. Sie leitet Workshops zur Mediation von Konflikten in Gemeinden. Um den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen, muss gemeinsam umgedacht und gehandelt werden. Bildung ist für junge indigene Frauen ein Weg, um ihren Lebensweg selbst zu bestimmen. Beratung und Begleitung zur Bewältigung von Gewalterfahrungen und die gleichzeitige Stärkung durch den Rückhalt der Gruppe und das Reflektieren des eigenen Lebensprojekts ergänzen ihre Arbeit. Rosario No‘j lebt in Guatemala Stadt und arbeitet für MIRIAM, eine Organisation zur Förderung der Aus- und Weiterbildung von indigenen Frauen. Sie studiert Archäologie.

Für ein würdiges Leben und Respekt für die Maya-Völker arbeitet Mariola Vicente Xiloj. Als Sozialpsychologin weiß sie um die Wunden, die der Bürgerkrieg hinterlassen hat. Ihre Aufgabe ist es, das Bewusstsein für Ungleichheit, Gewalt und die durch Megaprojekte verursachten Konflikte vor allem bei Jugendlichen und Frauen zu schärfen. Nur so kann dem gängigen Wirtschaftsmodell etwas entgegengehalten werden, durch gemeinsame Aktionen zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensumstände in den ländlichen Gebieten. Fundación Tierra Nuestra (FTN), eine Partnerorganisation von Welthaus Graz und der Dreikönigsaktion,  vernetzt Organisationen auf Gemeinde-Ebene. Mariola Vicente lebt in Quetzaltenango und ist in der FTN für die Förderung von Frauen und Jugendlichen zuständig.

Workshops – jetzt buchen!
Workshops können in der Zeit von 24. – 28. April 2017 gebucht werden. Sie finden entweder bei uns im Welthaus oder an Ihrer Schule statt. Die Workshops dauern 2 Unterrichtseinheiten und kosten 100 € (inkl. Fahrtkosten und Dolmetschung). Unsere Gäste werden den Workshop auf Spanisch halten, professionell gedolmetscht.

Vorbereitungsmaterial für Workshops

WeltCafé – Vortrag & Diskussion
25. April 2017, 19 Uhr: WeltCafé Guatemala, Welthaus Graz, Bürgergasse 2
27. April 2017, 19 Uhr: WeltCafé Guatemala, Stadtbibliothek Knittelfeld, Hauptplatz 15
28. April 2017, 20 Uhr: WeltCafé Guatemala, Pfarrsaal, Kirchengasse 26, 8990 Bad Aussee

Infos und Kontakt: silvia.miranda@welthaus.at, 0316 324556-16