Bio-Bananen aus Tambacounda erobern den senegalesischen Markt

Im Zentrum der pulsierenden Hauptstadt Dakar verkaufen Händler Bio-Bananen aus der etwa 500 Kilometer entfernten Region Tambacounda im Osten des Senegal. In Tambacounda werden 80 Prozent der senegalesischen Bananen produziert.

2016-11-08-12-23-30Konsequent ist die Genossenschaft APROVAG, der 660 Bananenbauern angehören, in den letzten Jahren ihren Weg gegangen. Einen viertel Hektar besitzt ein Bauer, einen achtel Hektar die Frauen, damit muss die Familie über die Runden kommen. In der Produktion wurde die Bewässerung verbessert, unzählige Schulungen der Bauern folgten auf ihren Feldern: die Blätter der Bananenstaude dürfen den Bananenschopf nicht berühren, sonst entstehen an den Früchten braune Flecken. Die untersten Hände müssen entfernt werden, damit die restlichen Bananen zur  erforderlichen Größe heranwachsen können.

Die Schnittwunden werden fachgerecht versorgt, die Böden gemulcht, die Bananenstauden regelmäßig mit einer aus lokalen Pflanzen  hergestellten Tinktur gespritzt, um vor einem Bodenpilz, für den die Bananenstauden extrem anfällig sind, zu schützen.

Derzeit ist einmal wöchentlich Erntetag. Nach genauen Regeln werden die zwischen 35 und 50 kg schweren Bananenschöpfe von der Staude geschnitten, mit einem Eselskarren zur nahegelegenen Packstation gebracht. Gewogen, gewaschen, geschnitten, nach Qualitätsklassen sortiert. Schließlich noch mit einem Zitronen-Wassergemisch besprüht, bevor sie sorgfältig in Schachteln verpackt werden. Ein Kühltransporter wird angefordert und die sensiblen Früchte machen sich auf den Weg auf die Märkte in den Städten des Landes.

2016-11-08-10-39-38Dort wurden bis vor kurzem fast ausschließlich importierte Bananen verkauft. Die heimischen Früchte konnten mit ihrer minderwertigen Qualität nicht konkurrieren. Die APROVAG-Bauern produzieren zur Zeit etwa 2000 Tonnen pro Jahr, davon kann derzeit ein Teil mit Qualitätsklasse 1 und entsprechend höherer Rendite verkauft werden.

Noch  steht dieser Erfolg auf tönernen Füßen. Erst ein Drittel der Mitglieder liefert Bananen höchster Qualität ab. Die Händler drängen auf einen Vertrag, APROVAG kann jedoch noch nicht die geforderte Menge liefern. Eine weitere Schwachstelle ist der Transport von den  Verpackungszentren weg.

Jene Kühltransporter, die gerade verfügbar sind, werden beauftragt.Die Fahrer schalten vielfach die Kühlung ab, um Geld zu sparen. Bei Temperaturen über 40 Grad verderben die Früchte auf dem Weg.

APROVAG ist fest entschlossen, an diesen Herausforderungen konsequent  weiterzuarbeiten.Dank der steirischen KirchenbeitragszahlerInnen, der österreichischen und liechtensteinischen  SteuerzahlerInnen sind die Bananenbauern aus Tambacounda auf dem Weg, auf dem nationalen Markt Fuss zufassen.

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