KUCHUB’AL: Fairer Handel

Fairer Handel VON GuatemaltekInnen FÜR GuatemaltekInnen

KUCHUB’AL, ein Quiché-Wort und Quichè-Wert für SOLIDARITÄT.

In den Quiché-Gemeinschaften wurden traditionell alle größeren Arbeiten gemeinsam verrichtet: Wege und Häuser gebaut, Feldarbeiten verrichtet. In einigen wenigen Familien konnte sich diese Tradition bis heute halten. Die Initiative belebt durch solidarische Ökonomie diesen Wert neu, das Ziel ist „Gutes Leben für alle“.

13 Kleinbauernorganisationen haben sich zusammengeschlossen. Sie produzieren, verarbeiten ihre Produkte und vermarkten sie, die Arbeit wird immer in Gruppen gemeinsam verrichtet.photo_01152

Angebaut wird biologisch, an die jeweilige Lage der Felder angepasste Pflanzen. Kochbananen und Kaffee, Karotten und traditionelle Heilpflanzen, Kakao und Tomaten, Amarant oder Erdbeeren.

Die Kosmovision der Maya-Quechí ist eine wesentliche Grundlage für die Landwirtschaft dieser Initiative, andernorts im Land ist diese Philosophie vielfach verloren gegangen.

Verarbeitet wird von den Bauerngruppen selbst, die Wertschöpfung ihrer Lebensmittel bleibt in ihren Händen. Kaffee wird gebrauchsfertig verarbeitet und verpackt, die vielen Arbeitsschritte der Schokoladeherstellung durchlaufen, Schokolade wird hier übrigens vorwiegend in Form von Trinkschokolade angeboten. Das an Nährstoffen überaus reichhaltige Getreide Amarant getrocknet, geschält, gemahlen und verpackt.

Besonders spannend ist die Philosophie von Kuchub’al in der Vermarktung: „Üblicherweise werden Produkte erster Qualität exportiert. Und: es werden vorwiegend Primärgüter, also unverarbeitete Lebensmittel für das Ausland produziert, wo im eigenen Land der Bedarf nicht gedeckt ist.“ erzählen José Luis Aguilar und Claudia Avila.

Kuchub’al geht einen völlig anderen Weg: man hat sich auf zwei Vermarktungsschienen geeinigt. Die eine: Solidarische Vermarktung. Das heißt zuallererst wird unter den Bauern und Bäuerinnen getauscht. Wenn der eigene Bedarf der Gemeinschaften mit frischen und verarbeiteten Produkten gedeckt ist, wird auf den lokalen Märkten verkauft.

Die zweite Schiene ist Faire Vermarktung. Auch hier leistet Kuchub’al Pionierarbeit in Guatemala. KonsumentInnen überzeugen, dass es in Guatemala gesunde, regionale Lebensmittel erster Qualität gibt. Dass landwirtschftliche Produktionsweisen große Auswirkungen auf den gemeinsamen Lebensraum haben. Dass Produkte immer auch einen sozialen und ethischen Stempel haben.

Das Ziel der Vermarktung ist nicht die Anhäufung von Gewinn, sondern die Schaffung von Arbeit für möglichst viele Menschen. In Quetzaltenango und einigen weiteren Städten des westlichen Hochlandes gibt es Verkaufsläden und -stände. In die Hauptstadt wird an einen bio- und fair Großhandel geliefert. Einige städtische Familien werden wöchentlich mit Frischgemüsekörben versorgt.

In den Kategorien:

Ein Kommentar zu “KUCHUB’AL: Fairer Handel

  1. Danke liebe Gabi für den interessanten Bericht! Da können wir bestimmt etwas daraus machen!
    Liebe Grüße und weiterhin gute Reise! Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.