„Stop der Migration“ sagen Frauen aus Darou Alpha

Alle haben sich versammelt unter dem Palaverbaum. Die Frauen, der Imam, der Dorfvorsteher und die Jugendlichen. In ein Theaterstück verpackt präsentieren sie den Gästen aus Österreich und Liechtenstein die En2016-11-11-14-26-39twicklung ihres Dorfes Darou Alpha, das siebzig Kilometer westlich der Hauptstadt Dakar gelegen ist.

Ein Hektar Land muss hier eine Großfamilie ernähren. Auschließlich in Handarbeit werden Mais und Hirse angebaut, der Ertrag ist gering. Die Böden sind ausgelaugt, versalzen, die Pflanzen oft von Schädlingen befallen. Sofort nach der Ernte muss der gesamte Ertrag verkauft werden, obwohl die Preise da am niedrigsten sind – es gibt keine Lagermöglichkeiten. Mit diesem Geld muss die Familie dann ein Jahr lang – bis zur nächsten Ernte überleben. „Unsere Kinder haben noch vor kurzem reihenweise unser Dorf verlassen, um woanders ihr Glück zu suchen.“ klagt die als Dorfvorsteher verkleidete Kéwé in dem Theaterstück.

„Stop der Migration“ das ist die Vision der Frauen aus Darou Alpha, seit sie mit Hilfe eines Projektes an der Verbesserung ihrer Lebenssituation arbeiten. Die Frauen haben Alphabetisierungskurse besucht. In der Trockenzeit werden jetzt Tomaten, Auberginen, Zwiebeln und Karotten angebaut. Auf den Gemüsefeldern wurden Bewässerungssysteme installiert. Gemüse wird eingelegt, aus Hibiskus, Mangos, lokalen Früchten Säfte gemacht, Getreide zu haltbaren Produkten weiterverarbeitet. Die Frauen haben gelernt, Haushalts- und Körperseife herzustellen. In den umliegenden Dörfern finden ihre Produkte reißenden Absatz.

Einige Frauen geben auf Kalebassen den Rhythmus vor, die anderen drücken ihre Freude über die Unterstützung aus Liechtenstein und Österreich in mitreißenden Tänzen und Gesängen aus.

Schüchtern tritt die 15-jährige Nefatou vor den Gästen auf:“ Ich träume davon hier in unserem Dorf einmal meine Familie zu gründen. Wenn wir den jetzt eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen, wird das auch möglich sein.“

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