Die Krise der Demokratie in Lateinamerika

18. September 2018 | 19 Uhr | Afro-Asiatisches Institut Graz, Leechgasse 24, Graz

Foto: GAM

Verfassungsputsch und autoritäre Wende: Lateinamerika-Experte Ralf Leonhard spricht über die Krise der Demokratie in Lateinamerika.

In den vergangenen Jahren sind progressive und linksgerichtete Präsidenten durch Missbrauch der rechtsstaatlichen Mittel von der Macht entfernt worden: Fernando Lugo in Paraguay, José Manuel Zelaya in Honduras, Dilma Rousseff in Brasilien. In Ländern, wo sozialreformerische Kräfte sich an der Macht konsolidieren konnten, wird gleichzeitig ein zunehmend autoritärer Kurs gefahren. Bolivien ist das herausragendste Beispiel.

Daniel Ortega in Nicaragua verbirgt hinter seinem antiimperialistischen Diskurs ein neoliberales und autoritäres Regime, das eine weitgehend unbewaffnete Protestbewegung mit scharfer Munition und Söldnertruppen bekämpft. In Venezuela tobt fünf Jahre nach dem Tod von Hugo Chávez ein offener Machtkampf. Hinter formalen Demokratien verbergen sich autoritäre oder von privaten Wirtschaftsinteressen gesteuerte Systeme. Anders als bei den klassischen Militärdiktaturen müssen die Spielregeln der Verfassungen nicht außer Kraft gesetzt werden.

Ralf Leonhard war in den 1980er und 90er Jahren mehr als 14 Jahre Korrespondent verschiedener Medien in Zentralamerika mit Einzugsgebiet von Mexiko über die Karibik bis Kolumbien und Peru. Der gelernte Jurist und Absolvent der Diplomatischen Akademie in Wien lebt jetzt als freier Journalist in Wien. Für die taz in Berlin schreibt er als Korrespondent über Österreich und Ungarn. Regelmäßiger Autor für Ö1 (Journal Panorama), Die Furche, Südwind Magazin. Daneben ist er Tutor für Nicaragua am Schulungszentrum der GIZ in Bonn. Autor von Studien und Projektevaluierungen in Lateinamerika und Afrika. 2016 erschien sein Buch Zentralamerika. Porträt einer Region im Christoph-Links-Verlag, Berlin.

  • Einleitende Worte: Johannes Mindler-Steiner (AAI)
  • Moderation: Christian Schreyer (SOL)
  • Vorstellung des Solidaritätsprojektes zur Unterstützung der CODECA in ihrem Einsatz für die Durchsetzung der Menschenrechte von Landarbeitern in Guatemala: Hermann Schaller
  • Musikalische Umrahmung: Danilo Sandoval (Marimba)

Im Anschluss wird zu Erfrischungsgetränken und Knabbereien geladen.

Eine Veranstaltung von SOL, Welthaus und AAI in Kooperation mit CIAS, ETC

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