Stärkung von Indigenen

Die Regierung Macri fährt in Argentinien einen strikt neoliberalen Kurs: Flexibilisierung der Arbeitsschutzgesetze, Steuersenkungen auf Exportprodukte wie Soja oder Baumwolle, extreme Preiserhöhungen bei Strom, Gas und öffentlichem Verkehr. Während die Lebenserhaltungskosten ansteigen, wurden Sozialprogramme stark gekürzt. Soziale Probleme nehmen zu, gleichzeitig wird der Protest kriminalisiert. Der Staat und führende Medien bedienen sich einer rassistischen, diskriminierenden Sprache, die die Bevölkerung polarisiert.

Das Agrobusiness dehnt sich unaufhörlich in die nördlichen Provinzen des Landes aus. Die dort lebenden Menschen und die Umwelt werden rücksichtslos ausgebeutet. Obwohl die argentinische Verfassung der indigenen Bevölkerung das Recht auf Land zusichert, stehen Vertreibungen auf der Tagesordnung. In der Öko-Region des Gran Chaco – nach dem Amazonasgebiet das zweitgrößte Ökosystem der Erde – wird gerodet, um zu säen: Investitionsfonds mit internationalem Kapital pachten tausende Hektar Land. Die Gewinne nach dem Verkauf der Weizen- oder Sojaernte werden unter den Investoren aufgeteilt. Rund 80 Prozent des kultivierbaren Landes werden derzeit mit herbizidresistenten gentechnisch veränderten Pflanzen bebaut. Pro Kopf und Jahr werden in Argentinien circa 10 Liter Herbizide und Pestizide versprüht, meist mit Kleinflugzeugen.

José Luis Castillo (Foto) lebt mit seiner Familie auf drei Hektar Land, für das er kämpft. „Das Land muss für alle ein gutes Leben ermöglichen. Heute ist es ein großes Geschäft für einige wenige und ein unerreichbarer Traum für den großen Rest“, beklagt er. „Viele bäuerliche und indigene Familien leiden unter Hunger, haben kein sauberes Trinkwasser und wohnen in Plastikhütten.“ Diese Missstände mobilisieren die Zivilgesellschaft, die sich gegen soziale Ungleichheit und für Umweltschutz einsetzt. INCUPO (Instituto de Cultura Popular) stärkt die Position von indigenen Organisationen – mit Unterstützung von Welthaus – durch gezielte Vernetzung, Ausarbeitung und Umsetzung von Strategien und einen in der Öffentlichkeit geführten Diskurs über die Konflikte um Land und den Lebensraum.

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