Indigene auf dem Weg zu ihren Rechten

In der Chacó-Region stehen (vielfach sehr gewaltsame) Konflikte auf der Tagesordnung: Beim Kampf um die Verteidigung von Land, beim Kampf gegen die Vergiftung der Umwelt durch das massive Versprühen von Pestiziden. Beim Kampf um einen würdigen Wohnort, gegen Bagger, die die letzten Primärwälder niederreißen, um Platz für Soja zu schaffen. Beim Kampf gegen multinationale Minenkonzerne, die die Wasserreserven vergiften und unbrauchbar machen. Oder beim Kampf gegen staatliche „Sicherheitskräfte“, die die indigenen Gemeinschaften terrorisieren.

Während also jene, die für den Erhalt der Lebensgrundlagen kämpfen, kriminalisiert werden, werden die Unternehmen von einem Staat gestützt, der nicht für die Umsetzung der Gesetze sorgt und von Medien, die diese Konflikte totschweigen.

In diesem konfliktreichen Umfeld ist verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der Indigenen- und Kleinbauernorganisationen von großer strategischer Bedeutung: Einerseits, um am politischen, sozialen und ökonomischen Prozess des Landes teilzuhaben. Andererseits, um für die Gemeinschaft aufzutreten, Widerstand zu leisten und eigene Vorschläge einzubringen.

Wir haben die Verpflichtung, öffentlich aufzuzeigen, wie unser Volk misshandelt wird. Wir dürfen einfach nicht zulassen, dass wir weiter an Unterernährung oder Tuberkulose sterben!

 – Félix Díaz vom Volk der Qom

In dem von Welthaus unterstützten Projekt werden Indigena-Organisationen geschult, einen Diskurs im öffentlichen Raum zu führen. Regionale Konferenzen, öffentliche Veranstaltungen sowie Aktionen und Kampagnen werden nicht nur organisiert, sondern durch den Aufbau eigener Radiostationen und per Video-Streaming übertragen. Es ist gelungen, wichtige Botschaften und Vorschläge für die Verbesserung der Situation in zahlreichen landesweiten Medien unterzubringen.

Als erster großer Erfolg dieses Maßnahmenbündels wurden VertreterInnen der Indigena-Organisationen zu einem Gespräch mit der neuen Regierung in Argentinien eingeladen. Ein regelmäßiger runder Tisch wurde vereinbart, wodurch ein Dialog auf nationaler Ebene möglich geworden ist.

Für dieses Projekt spenden »