Brasilien

21 Millionen Menschen leben im Trockengebiet im Nordosten Brasiliens, das sich über ein Zehntel der Landesfläche erstreckt. Die Hälfte der Landbevölkerung im Welthaus-Projektgebiet in Bahia, Pernambuco und Minas Gerais ist arm; 28 Prozent davon leben in extremer Armut. Die Lebensqualität der Menschen liegt weit unter dem nationalen Durchschnitt. Diese Zahlen offenbaren deutlich die herrschende soziale Ungerechtigkeit.

Die Kleinbauern und -bäuerinnen im Nordosten betreiben eine Form der Landwirtschaft, die an das halbtrockene Klima angepasst ist. Die Regierung hingegen fördert die exportorientierte Agroindustrie: Diese vertreibt die Bauern von ihrem Land , laugt die Böden mit Monokulturen aus, setzt intensiv Pestizide ein, holzt den Wald ab und mutet den Erntearbeitern miserable Arbeitsbedingungen zu. Viele wandern in die Armenviertel der Städte ab, da sie auf dem Land keine Zukunft sehen. Dabei stellen die brasilianischen Kleinbauernfamilien 70 Prozent der Lebensmittel im Land her!

Mit der Politik des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro verschärft sich die Lage der Kleinbauernfamilien. Bereits während des Wahlkampfes machte Bolsonaro kein Hehl aus seiner Verachtung für die kleinbäuerliche Bevölkerung. Er verkündete, dass es unter seiner Regierung keine Landreform geben wird. Die Landkonzentration in einigen wenigen Händen nimmt weiter zu. Umweltschutzauflagen werden gelockert; die Klimaerwärmung wird nicht ernstgenommen. Die Mittel für entsprechende Maßnahmen wurden fast komplett gestrichen.

Damit die Bauernfamilien eine Zukunft haben, brauchen sie Sicherheit, auf ihrem Land bleiben zu können. Zudem benötigen sie Unterstützung bei der Verbesserung von Landbau und Viehhaltung. Unsere Partnerorganisationen, die Landpastoralkommission (CPT) und das Institut für kleinbäuerliche Landwirtschaft (IRPAA), unterstützen und begleiten die Bevölkerung bei Landkonflikten mit Großgrundbesitzern und Behörden und stärken sie dabei, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

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