Stärkung der indigenen Jugend

In dem vorwiegend von der indigenen Bevölkerung besiedelten Hochland leben drei von vier Menschen unter armen oder extrem armen Bedingungen. Der Staat investiert kaum in das Gesundheits- und Bildungssystem. Die Folgen: Hohe Schulabbruchraten noch vor Abschluss der Pflichtschule, hohe (Jugend-)arbeitslosenraten, hohe Gewalt, Verlust von Kultur und Identität der indigenen Bevölkerung. Die Gräueltaten aus der Bürgerkriegszeit (1960 – 96) bleiben großteils unbearbeitet.

Viele Organisationen haben seit der Unterzeichnung der Friedensverträge 1996 nach dem Bürgerkrieg für die Umsetzung der Verträge im Landrechtsbereich gekämpft. Doch das strukturelle Problem der extrem ungleichen Landverteilung bleibt weiterhin ungelöst. Hinzu kommen immer mehr Konflikte rund um die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen: Megaprojekte im Minenbereich, Wasserkraftwerke oder industrielle Landwirtschaft. Vielfach trifft es dabei Territorien der indigenen Bevölkerung. Die immer stärkere Landkonzentration in den Händen von wenigen hat enorme soziale Folgen und erhöht die gesellschaftlichen Spannungen. So richtet sich etwa trotz verbreiteter Unterernährung (jedes zweite indigene Kind auf dem Land!) die Agrarindustrie immer stärker auf Export aus.

Welthaus unterstützt ein Projekt, in dessen Mittelpunkt die indigene Jugend steht. Durch die Stärkung ihrer Identität, die Aufarbeitung der Geschichte und durch politische Bildung werden sie geschult, um für die Interessen ihrer Gemeinschaften einzutreten. Das reiche kulturelle Erbe der indigenen Bevölkerung – beispielsweise in der Organisation oder in der Nutzung natürlicher Ressourcen – wird gestärkt. Für Problemfelder werden gemeinsam Lösungen entwickelt, Netzwerke gesponnen und schließlich Forderungen und Vorschläge an politisch Verantwortliche herangetragen.

Die Stärkung der Jugend und der lokalen Organisationen lässt positive Auswirkungen für das Leben der extrem benachteiligten Bevölkerungsgruppe erwarten. Die Jugendlichen eignen sich organisatorisches und anwaltschaftliches Wissen an, lernen sich zu artikulieren, Netzwerke aufzubauen und werden zu zukünftigen Führungspersönlichkeiten ihrer Gemeinschaften.

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