Wege aus dem Teufelskreis

Unweit der Kleinstadt Lipany mit etwa 6.500 Einwohnern befindet sich ein Roma-Ghetto, wo rund 800 Roma in völliger Isolation von der Stadt leben. Die Arbeitslosigkeit beträgt circa 95 Prozent! Um die Roma-Minderheit durch Bildung bzw. Aus- und Weiterbildung zu fördern, stellte die Stadt unweit der Romasiedlung ein Gebäude zur Verfügung, in dem ein Roma-Zentrum entstand. In den letzten Jahren wurde die Arbeit immer professioneller, so wurden etwa ein Kindergarten und zwei Vorschulklassen eingerichtet. An den Nachmittagen finden im Zentrum verschiedene Aktivitäten statt.

Die Zusammenarbeit mit der Pfarre konnte sich auch dank des Engagements des zuständigen Pfarrers Michal Marčák gut entwickeln. Die Vorbereitungen für die Taufe und das Fest selbst ist für viele Familien sehr wichtig. Dabei werden Kontakte geknüpft und Gemeinschaft gefördert. Für Kinder und Jugendliche steht die Stärkung der sozialen Kompetenzen und des Selbstbewusstseins im Vordergrund. Zusammen spielen, basteln und Ausflüge machen wirkt identitätsstiftend. Allein die nächste Umgebung und die Natur zu erkunden kann zu einem Erlebnis werden. Ein wichtiger Bereich ist die Schulbildung. Vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren ist es wichtig, die Lernfreude bei den Kindern zu wecken. Im Zentrum erhalten sie an den Nachmittagen auf spielerische Weise Hilfe bei den Hausaufgaben.

Bei vielen Aktivitäten werden Anknüpfungspunkte mit der ganzen Gemeinde gesucht. Dafür bietet sich auch Sport an – vor allem Fußball. Beim jährlichen Fußballturnier kommen Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Region zusammen. In den Mannschaften spielen Roma und Nicht-Roma gemeinsam. Das sind konkrete Schritte, die zum Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten führen. Das Zusammenwachsen der Gemeinde durch gegenseitiges Kennenlernen und Austausch steht im Mittelpunkt. Wichtig dabei ist auch der „Tag der offenen Tür“, wo man sich von den vielfältigen Angeboten des Zentrums überzeugen kann.

Dieses Projekt wird von den steirischen PastoralassistentInnen mitfinanziert.

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