Gäste aus Kolumbien

Brüchiger Friede

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erhielt 2016 den Friedensnobelpreis für die Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in seinem Land. Vier Jahre nach Unterzeichnung des Friedensabkommens ist es aber noch ein weiter Weg, um den sozialen Zusammenhalt wiederherzustellen: Der Friede ist brüchig und der Alltag geprägt von Armut, Gewalt und sozialen Spannungen.

Gesellschaftliche Gräben tun sich zunehmend auch in Europa auf; das Friedensprojekt EU bröckelt. Wie schafft man sozialen Zusammenhalt? Wie bringt man Menschen an einen Tisch, die nichts miteinander zu tun haben wollen? Wie können wir Zukunft gemeinsam gestalten? Antworten auf diese Fragen geben Gäste aus Kolumbien, die im April die Steiermark besuchen. Katherine Urrea und Nelson Restrepo erzählen unter anderem, wie sie in ihrer Heimat Frieden, Versöhnung und Mitbestimmung fördern.

Begegnungen, die bewegen!

Katherine Urrea und Nelson Restrepo kommen im April auf Einladung von Welthaus nach Österreich, um bei Workshops und Vorträgen ihre Erfahrungen zu teilen. Die beiden setzen sich seit Jahren mit dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien, seinen Ursachen und Folgen auseinander. In ihrer Arbeit mit Frauen, Männern und Jugendlichen wenden sie eine Vielfalt an Methoden an, die sowohl die eigenen Wurzeln stärken als auch Handlungsspielräume für eine Kultur des friedlichen Miteinanders eröffnen.

Beispielhaft sind hierfür Theatergruppen, die bei Demonstrationen auftreten und Wandmalereien, die öffentliche Meinung bilden. Durch Kunst und Kultur sollen Räume geschaffen werden, die den Frieden, die Versöhnung, sowie die BürgerInnenbeteiligung fördern. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Konflikt und den Traumata schafft eine neue politisch-partizipative Kultur und ermächtigt die Menschen zu einer Kultur des Friedens und des Miteinanders. Auch gemeinsames Kochen und das Teilen von Wissen um traditionelle Lebensmittel sowie Geschichten und Lieder sind ein Teil davon. Kolumbien – ein Land reich an Landschaften, Kulturen und Traditionen ist mehr als Drogen und Gewalt!

Katherine Urrea war bereits während ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin als Volontärin bei der Frauenorganisation Vamos Mujer tätig und hat die Arbeit mit verschiedensten Frauenorganisationen am Land kennengelernt. In Workshops mit Mädchen und Jugendlichen sowie in Aktionen im öffentlichen Raum thematisiert sie Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kolumbien und ruft zu Frieden und Engagement für ein friedliches Miteinander auf.

Nelson Restrepo ist Soziologe und Dokumentarfilmer und hat einen Master in Raumordnung und seit vielen Jahren Koordinator des Arbeitsbereichs BürgerInnenschaft zum Umweltschutz der Organisation Conciudadania. Er begleitet Demokratisierung und politische Teilhabe durch Umweltthemen und Gemeindeprozesse. Denn die Sorge um das gemeinsame Haus, der Umweltschutz und die Stärkung einer Umweltbewussten BürgerInnenschaft hängt wesentlich mit der partizipativen Stadtplanung und Raumordnung zusammen.

Vamos Mujer ist Projektpartner der Katholischen Frauenbewegung und Conciudadania  Projektpartner der Dreikönigsaktion.

Laden Sie unsere Gäste aus Kolumbien ein und begegnen Sie Menschen, die sich unermüdlich für ein friedliches Miteinander in ihrem Heimatland einsetzen. Gerne kommen wir in Ihre Schule (ab der 9. Schulstufe), Pfarre oder Gemeinde.

Termine: 27. April – 3. Mai 2020. Kontakt siehe rechts.