Corona-Virus: Eine globale Krise

Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt erfasst. In Österreich haben weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens einen Kollaps des Gesundheitssystems bisher verhindert. Rettungspakete wurden geschnürt, um die Wirtschaft zu unterstützen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

In den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern hingegen gibt es kein Homeoffice, keine Grundversorgung, kein leistbares Gesundheitssystem. Die Corona-Krise trifft die Ärmsten mit voller Wucht.

Maßnahmen von Welthaus gegen eine Ausbreitung des Coronavirus in unseren Projektländern

  • Wir unterstützen unsere lokalen Partnerorganisationen bei der Erstellung, Beschaffung und dem Einsatz von Aufklärungsmaterial: Poster, Radiospots, Lautsprecherdurchsagen und Beiträge in sozialen Medien.
  • Wir integrieren die Aufklärung zum Corona-Virus und COVID-19 in laufende Projekte. Wo unsere Projektpartner aufgrund der aktuellen Lage nicht vor Ort sein können, versuchen sie mittels elektronischer Medien und Tools – insbesondere durch die Nutzung von Mobiltelefonen – darauf einzugehen bzw. mit den Zielgruppen Kontakt zu halten, sie zu informieren, zu beraten, zu unterstützen und zu stärken.
  • Gesund kann nur sein, wer sich entsprechend ernähren kann. Welthaus unterstützt seine Projektpartner darin, ihre Hilfe vor Ort anzupassen und dafür zu sorgen, die Ernährung für die Menschen in unseren Projekten zu gewährleisten und Hygienemaßnahmen zu fördern.
  • Die Menschenrechtssituation in einigen unserer Projektländer ist sehr fragil. Die Partnerorganisationen, die oft ohnedies schon Repressalien ihrer Regierung ausgesetzt sind, sind durch die aktuelle Covid-19-Pandemie zum Teil alarmiert, ob es zu weiteren Einschränkungen kommt. Welthaus ist mit den Projektpartnerorganisationen in Kontakt und unterstützt sie soweit wie möglich.

Alle Maßnahmen werden mit unseren lokalen Partnerorganisationen an den spezifischen Bedarf im jeweiligen Land und die aktuelle Situation vor Ort angepasst. Alle Spenden zu GIVING TUESDAY fließen in unsere Corona-Nothilfe und werden nach Bedarf verteilt.

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Corona: Die Situation in unseren Projektländern

Argentinien

Was in Österreich „zu Hause bleiben“ heißt, bekommt in der Chaco-Region eine andere Dimension. Das heißt nämlich nicht, dass jede Kleinfamilie sich in ihre vier Wände zurückziehen kann. Kinder, Junge und Alte drängen sich auf engstem Raum in oft provisorisch zusammengezimmerten Unterkünften, die nicht Platz für alle bieten „Zu Hause“ heißt also, innerhalb der Nachbarschaft, der Gemeinschaft zu bleiben. Tritt ein Corona-Fall auf, wird die gesamte Gemeinschaft unter Quarantäne gesetzt. Welthaus und Incupo unterstützen die Menschen in entlegenen Gebieten mit Hilfspaketen und informieren über Schutzmaßnahmen. Lesen Sie weiter >>

Brasilien

Brasilien ist mit über fünf Millionen bestätigten Covid-19-Fällen und mehr als 150.000 Toten extrem stark von der Corona-Pandemie betroffen. Präsident Jair Bolsonaro spielt seit Beginn der Krise das Coronavirus herunter – mit fatalen Auswirkungen auf die Bevölkerung. Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger breiten sich aus, die Lebensmittelpreise steigen und viele Landwirte können ihre Produkte nicht verkaufen, da Märkte geschlossen sind. In unserer Partnerdiözese Bom Jesus da Lapa und anderen Diözesen im Nordosten Brasiliens unterstützen Welthaus und die Landpastoralkommission CPT bedürftige Familien mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneprodukten. Die familiäre Landwirtschaft wird durch den Kauf ihrer Produkte gestärkt, Frauengruppen durch den Verkauf von selbst genähten Stoffmasken, wodurch sie sich ein kleines Einkommen schaffen können. Lesen Sie weiter >>

Guatemala: Mit Bio-Landbau gegen den Hunger

Guatemala ist von einer schweren Nahrungsmittelkrise betroffen. Im nordwestlichen Hochland lebt die indigene Bevölkerung in großer Armut. Viele arbeiten als Tagelöhner auf Plantagen oder bauen Mais und Bohnen für die Eigenversorgung an. Die Covid-19-Maßnahmen haben ihre prekäre Lage weiter verschärft: Der öffentliche Verkehr ist stark eingeschränkt, Märkte sind geschlossen, Lebensmittel wurden teurer und sind für die Ärmsten unerschwinglich. Für viele Bauernfamilien ist Hunger ein ständiger Begleiter. Welthaus unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnern die Dörfer bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Mit agrarökologischen Methoden werden an Boden und Klima angepasste Heilpflanzen, Gemüsesorten und Obstbäume gepflanzt. Die Bäuerinnen und Bauern werden geschult, ein Grundpaket an Betriebsmitteln wird zur Verfügung gestellt. Die Familien lernen, wie sie Lebensmittel weiterverarbeiten und konservieren können.

Laos

Scherze über das Corona-Virus sind in Laos per Gesetz verboten. Wer über den aktuellen Umgang mit dem Virus im Land bloggt oder in sozialen Medien postet, kann verhaftetet werden. Die Regierung in Laos nutzt die aktuelle Lage und den Ausnahmezustand für ihre eigenen Interessen und baut ihren Kurs zur Einschränkung der Bürgerrechte weiter aus. Informationen über die aktuelle Lage sind rar. In den Welthaus-Projekten erhalten die Menschen Infos über Hygienemaßnahmen zum Schutz vor dem Virus. Lesen Sie weiter >>

Senegal: Wasserversorgung, Gartenbau und Hygienekits

Die Klimakrise ist im Senegal bereits stark spürbar, hinzu kommt nun die Coronakrise: Viele Kleinbauernfamilien hatten keinen Zugang zu Gemüsesamen und Saatgut, sie haben große Schwierigkeiten, sich ausreichend zu ernähren. Weil viele Wochenmärkte zur Covid-19-Prävention geschlossen waren, konnten Landwirte ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Der Zugang zu Wasser ist vielerorts stark eingeschränkt, die hygienische Situation ist katastrophal. Welthaus und die Caritas Kaolack haben ein nachhaltiges Gartenbauprojekt initiiert, das die Wasserversorgung verbessert, die Eigenversorgung mit Gemüse sicherstellt und durch den Verkauf von Überschüssen weitere Haushaltskosten abdeckt. Die Sammlung, Bereitstellung und Reinigung von Regenwasser ermöglicht den Zugang zu Wasser und verhindert Krankheiten, die durch das Trinken von Brackwasser verursacht werden. Lesen Sie weiter >>

Slowakei

Die Slowakei hat zusätzlich zu den Ausgangsbeschränkungen noch weitere restriktive Maßnahmen gesetzt. Alle Menschen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, müssen einen Mundschutz tragen. Ohne Mundschutz darf kein Geschäft betreten werden. Versammlungen von mehr als fünf Personen sind untersagt. Nicht zuletzt wegen vieler sozialer Brennpunkte sorgt die Regierung für die Einhaltung dieser strengen Maßnahmen. Die sozialen Probleme der Roma sind auch mit Corona die gleichen geblieben. Sie wurden einfach nochmal verstärkt. Welthaus unterstützt sie bei Hygiene-Maßnahmen und bei der Betreuung der Kinder. Lesen Sie weiter >>

Tansania

In Tansania gibt es keine Maßnahmen aufgrund der Pandemie. Die Regierung hat die Grenzen wieder für Touristen geöffnet. Im Land selbst wird suggeriert, dass es keine Corona-Fälle gibt. Nachdem nur der Staat Daten veröffentlichen darf, sprechen die Menschen auch kaum über Covid-19, die Angst, dass man bei kritischen Äußerungen strafrechtliche Konsequenzen fürchten muss, sind zu groß. Viele Menschen tragen aber nach wie vor Masken in der Öffentlichkeit. Auch Händewaschen wird nach wie vor propagiert. Tansania befindet sich derzeit im Wahlkampf – am 28. Oktober finden Präsidentschaftswahlen statt. Die Welthaus-Projektpartner versuchen die Dorfbevölkerung verstärkt über das Corona-Virus aufzuklären und sie zur richtigen Durchführung von Hygienemaßnahmen und dem „Social-Distancing“ zu bewegen. Lesen Sie weiter >>

Ukraine

Die Ukraine kommt mit vergleichsweise wenigen gemeldeten Fällen derzeit noch relativ gut in den Corona-Statistiken vor. Doch die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Es mangelt an Tests, Masken, Schutzanzügen und Atemschutzgeräten. Die Menschen gehen auch nicht zu Untersuchungen. Warum auch: In den Krankenhäusern der Ukraine fehlt es an allem. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren, staatliche Hilfen gibt es nicht. Zeitgleich steigen die Lebensmittelpreise. Manche Grundnahrungsmittel werden knapp. Die Welthaus-Projektpartner in Ivano-Frankivsk, Konotop und Volnovacha führen ihre Projekte so gut es geht weiter. Der Bedarf an psychologischer Unterstützung ist enorm gestiegen. Zukunftsängste, Depressionen, Gewalt in den Familien sind die großen Herausforderungen. Auch Lebensmittelpakete und Hygieneartikel werden in dieser Ausnahmesituation je nach Möglichkeit von den Projektpartnern an die Familien ausgegeben. Lesen Sie weiter >>