Single-Haushalte gibt es im ganzen Senegal nicht

photo_00399 photo_00392 Penda Wade führt uns zu sich nach Hause. Vier oder fünf kleine Häuser mit Gras gedeckt säumen einen Hof. Kinder, Frauen, Männer tummeln sich dort, dazwischen Hühner und eine Ziege. „In unserem Haushalt leben mein Schwager mit seiner Familie, wir mit unseren vier Kindern und meine Schwiegereltern. Einen Single-Haushalt, den gibt es im ganzen Senegal nicht“, lacht Penda Wade. Letzten Mai haben sie und eine weitere Frau aus der Dorfgruppe die Weiterbildung „Verarbeitung von Hirse und Mais“ besucht. Sie haben gelernt, wie man aus diesem Getreide sechs verschiedenephoto_00457 Produkte selbst herstellen kann und damit in kurzer Zeit ein nahrhaftes und köstliches Essen für die vielen hungrigen Mägen des Haushalts zubereiten kann.  Für den eigenen Gebrauch kommen die fertigen Produkte in verschließbare Kübel, für den Verkauf auf dem Markt werden sie in kleinen Säcken abgepackt. Inzwischen beherrschen alle Frauen des Dorfes diese Techniken.

Der Vorsteher des Dorfes führt mich anschließend auf ein Feld. „Das ganze Dorf war auf den Beinen, als wir hier mit Hilfe der Projektmitarbeiter diesen Hektar Land eingezäunt haben.“ In der Mitte des Feldes wurde zentral ein Brunnen errichtet und die ersten Beete mit Zwiebeln sind schon angelegt. Jeder der 38 Haushalte von Keur Sambel wurde eine Parzelle zugewiesen, wo in den nächsten Monaten Gemüse gezogen wird. „Wir sind sehr froh über diese Unterstützung. Mit unseren Mitteln wäre es unmöglich gewesen, diesen Gemeinschaftsgarten anzulegen. Aber jeder Haushalt hat je nach Möglichkeit dazu gezahlt “ sagt der Dorfvorsteher. Die Frauen von Keur Sambal sind überzeugt, dass es auch hier bald das ganze Jahr über genug zu essen geben wird.Hier in den Dörfern, wo bitterste Armut zu Hause ist, wird erst ermessbar, wie groß jeder dieser kleinen Schritte ist.

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