Lernreise Argentinien

Margareta Moser, MA

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Einen wichtigen Teil des internationalen Austauschprojekts „Alianza Österreich – Argentinien“ stellen die Lernbesuche in den jeweiligen Ländern dar. Im November 2022 durfte eine Delegation von 11 österreichischen Landwirt:innen zusammen mit drei Mitarbeiter:innen von Welthaus Graz nach Argentinien reisen, um dort landwirtschaftliche Betriebe zu besuchen. Als „landwirtschaftliche Botschafter für Österreich“ tauschten sie sich sowohl mit den argentinischen Bäuerinnen und Bauern als auch mit Funktionär:innen von landwirtschaftlichen Organisationen und Vetreter:innen der Politik aus.

Als größte Gemeinsamkeit verbindet familiäre bäuerliche Betriebe aus beiden Ländern die große Leidenschaft für ihren Beruf und die Sorge für die Umwelt. Umso schockierender war es für die österreichischen Landwirt:innen die direkten Auswirkungen der großen Agrokonzerne hautnah zu sehen. Lukas Nistelberger, Freilandschweinebauer aus Weiz und Reiseteilnehmer, sagte nach dem Besuch einer indigenen Gemeinschaft:

„Unmengen an Pestiziden werden gespritzt, damit die Familien „freiwillig“ das Land verlassen [da das Trinkwasser verschmutzt wird, Tiere dadurch sterben und Frauen Fehlgeburten erleiden]. Menschen werden teilweise ermordet, wenn sie ihr Land nicht verlassen. Und das Schlimmste: Diese „Saatpools“ kommen damit einfach durch. Situationen, die ich eher aus Filmen kenne und noch nie persönlich erlebt bzw. noch nie mit Menschen persönlich darüber geredet habe – schockierend!“

Die Ausbreitung der Großkonzerne muss daher unbedingt eingedämmt und die familiäre Landwirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks gefördert werden. Die am Alianza-Projekt teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern sind bereit zu handeln und haben ihre Überlegungen zur Stärkung der familiären Landwirtschaft in der „Erklärung von Buenos Aires“ festgehalten. Ein Schriftstück, welches den zweiwöchigen Dialog zwischen den argentinischen und österreichischen Landwirt:innen widerspiegelt und sowohl Umsetzungsmaßnahmen seitens der einzelnen Betriebe als auch Forderungen an die Politik beinhaltet. Die Erklärung wurde am letzten Tag feierlich im Sitz der argentinischen Bischofskonferenz vor kirchlichen und politischen Vertreter:innen höchster Ebene verlesen und kann hier eingesehen werden:
Erklärung von Buenos Aires

Ebenso ein umfangreicher Reisebericht mit Eindrücken und Fotos von der Reise durch Nord- und Mittelargentinien: