Rechte von Dorfgemeinschaften verteidigen

Viele traditionelle Gemeinschaften leiden unter Ausgrenzung, mangelnder Bildung und Infrastruktur sowie fehlendem Zugang zu Land. Welthaus unterstützt sie dabei, ihre Rechte einzufordern.

Viele Dorfgemeinden im Nordosten Brasiliens sind sogenannte „traditionelle Gemeinschaften“: Es sind Kleinbauernfamilien und Fischer:innen, die seit Generationen ohne Landtitel auf Staatsland leben. Diese Gemeinschaften zeichnet ein starker Zusammenhalt aus, oft bewirtschaften sie einen Teil des Bodens gemeinschaftlich. Viele davon sind Quilombos – ehemalige Fluchtsiedlungen von Sklaven. In den drei Bundesstaaten Pernambuco, Bahia und Minas Gerais gibt es 1446 zertifizierte Quilombos.

Ein Präsidentialdekret von 2007 anerkannte die traditionellen Gemeinschaften und ihre Rechte. Die Umsetzung dieser Rechte erfolgte jedoch schleppend und ist nun unter der Regierung Bolsonaro massiv bedroht. Das Leben der traditionellen Gemeinschaften in Brasilien sind geprägt von massiver Gewalt: Nach den Erhebungen unserer Partnerorganisation CPT wurden in den letzten drei Jahren 154 Bauern und Bäuerinnen, die ihre Rechte verteidigten, ermordet. Immer mehr Land befindet sich in den Händen von Großgrundbesitzern und großen Firmen. Diese Landkonzentration ist laut CPT eines der deutlichsten Zeichen der sozialen Ungleichheit und verursacht schwere Landkonflikte.

Strukturelle Gewalt

Die Mehrheit der traditionellen Gemeinschaften erleidet Gewalt, weil sie die Umsetzung ihrer Rechte fordert: Es kommt zu Einschüchterungen, Morddrohungen, Zerstörung der Felder, Mordversuchen. Neben diesen vorwiegend privat organisierten Übergriffen ist auch das Ausmaß der vom Staat praktizierten Gewalt alarmierend. Das Handeln von Polizei und Justiz aber vor allem die Dekrete, die die Demarkierungen und Enteignungen einschränken, treffen vor allem die traditionellen Gemeinschaften.

Damit sind auch die verschiedenen ökologischen Zonen der Projektregion – Atlantischer Regenwald/Mata Atlántica, Trockensteppe/Caatinga, Savanne/Cerrado – in Gefahr. Die nachhaltige Bewirtschaftung der vorhandenen natürlichen Ressourcen und damit das wirtschaftliche Überleben der Bevölkerung stehen auf dem Spiel. Das vorherrschende Wirtschaftsmodell fördert die Landkonzentration, privatisiert das Wasser und verstärkt die Abholzung und Wüstenbildung, die Wasserverschmutzung durch Agrargifte, die Missachtung der Arbeiter:innenrechte und verschärft Armut und Hunger.

Was uns die Kraft gibt? Die Erde. Der Boden, in dem wir wurzeln. Vertreibt man uns von hier, brechen unsere Wurzeln.

Mauricio

Die Gemeinschaften kämpfen trotz aller Schwierigkeiten darum, auf ihrem Land bleiben zu können. Welthaus und die CPT unterstützen sie dabei und bieten ihnen u. a. Weiterbildungen an, damit sie politisch wirkungsvolle Maßnahmen umsetzen können. Damit sie zu ihrem Recht kommen, dürfen ihre Bemühungen nicht kriminalisiert werden und die persönliche Sicherheit der Menschen muss gewährleistet sein. Anzeigen dürfen nicht grundlos eingestellt werden und der Staat muss sicherstellen, dass Verbrechen nicht straflos bleiben.

Helfen Sie mit!

Mit 20 Euro lernt eine Kleinbäuerin in einem Kurs, Landkonflikte anzuzeigen und sich zu schützen.

Eine Weiterbildung für eine Gruppe über ihr Recht auf Land und wie sie dieses einfordern können, kostet 80 Euro.

Mit 250 Euro können Materialien erstellt werden, um Verletzungen der Rechte von KleinbäuerInnen öffentlich sichtbar zu machen.

Für 300 Euro bekommt eine Bäuerin Rechtsbeistand bei Landkonflikten.

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