Große Solidarität in Zeiten von Corona

Im Vergleich zu seinen westafrikanischen Nachbarländern verzeichnet der Senegal bislang relativ wenige bestätigte Covid-19-Fälle (479, Stand: 23. April 2020). Der 1. Fall wurde Anfang März bestätigt, seither hat die senegalesische Regierung umfangreiche Maßnahmen gegen das Virus ergriffen: Im ganzen Land wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Von 20 Uhr abends bis 6 Uhr früh gibt es eine Ausgangssperre. Versammlungen sind verboten. Im Landesinneren gibt es bisher wenige Corona-Fälle. Der Großteil betrifft die Hauptstadt Dakar.

Krise trifft die Ärmsten besonders

Wie überall trifft auch im Senegal die Coronakrise die Armen am härtesten – und hier wiederum vor allem die ländliche Bevölkerung. Während die Märkte in den Städten von 6 bis 14 Uhr öffnen dürfen, sind alle Wochenmärkte am Land verboten. Zwischen den 14 Regionen darf man nicht ohne Extragenehmigung reisen. Diese Verbote haben drastische Auswirkungen auf jenen Großteil der Bevölkerung, der von der Landwirtschaft lebt: Viele Kleinbauern können ihre Agrarprodukte nicht mehr auf den lokalen Märkten verkaufen, um ihre Familien zu ernähren.

Bei Gemüsesamen und Saatgut gibt es bereits Engpässe (ab Juni soll die Aussaat erfolgen). Die Reisebeschränkungen zwischen den Regionen treffen all jene, die in den Städten ihren Lebensunterhalt verdienen. Geld wird innerhalb der Verwandschaft aufgeteilt, damit niemand hungern muss. Auch die hygienische Situation ist generell sehr schwierig in einem Land, in dem Wasser Mangelware ist und Seife ein Luxusprodukt.

Große Solidarität

Doch es gebe im Senegal auch eine große Solidarität in der Bevölkerung mit jenen, die von der Krise besonders betroffen sind, meinen unsere Projektpartner. Die Regierung hat einen Unterstützungsfonds in der Höhe von rund 100 Millionen Euro beschlossen – das Geld kam unter anderem von Unternehmen und aus der Ziviligesellschaft. Aus dem Fonds werden etwa Reis, Öl und Seife für die Ärmsten im Land angeschafft. In den von Welthaus unterstützten Projekten sichert der Gemüseanbau vielen Familien derzeit das Überleben. Ungeachtet der Reise- und Marktverbote verkaufen viele Kleinbauern mithilfe von Eselskarren ihr Gemüse in den umliegenden Dörfern.

Unsere Projektpartner versuchen, über Radio, einen Youtube-Kanal und Handys die Menschen in den Dörfern über Corona aufzuklären und gemeinsam mit ihnen Strategien zu entwickeln, wie sie die Ernährung ihrer Familien trotz der schwierigen Lage sichern können. Internationale Solidarität sei in dieser Situation extrem wichtig, dafür sei man sehr dankbar, meinen unsere Projektpartner.

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