Mit Bildung und Jobs aus dem Ghetto

Foto: SPOLU

In der Slowakei leben viele Roma unter katastrophalen Lebensbedingungen am Rande von Kleinstädten. Welthaus setzt sich für ihre Integration in die Gesellschaft ein.

Trotz EU-Mitgliedschaft hat die Slowakei im Sozialbereich einigen Aufholbedarf. Gerade die Lage der Roma, die knapp zehn Prozent der Bevölkerung stellen, ist prekär. In der Region Zips/Spis setzt Welthaus gemeinsam mit dem Verein SPOLU auf das Stärken und Befähigen von Roma, damit sie selbst aktiv an der Gesellschaft teilhaben. Bei den Frauen anzusetzen hat die größte Hebelwirkung für alle.

In Schulungen werden Romnija gestärkt, für ihre eigenen Anliegen einzutreten. Die erworbenen Kenntnisse setzen sie auf lokaler und regionaler Ebene um: Sie bereiten die Kinder für den Schuleintritt vor. Zum größten Erfolg gehört, dass heuer kein Kind mehr in die Sonderschule gehen musste. Dieser Erfolg ist zugleich mit der Herausforderung verbunden, die Schulbildung auch in der Regelschule abzuschließen. Darum wurden die Lerngruppen am Nachmittag verstärkt.

Teilhabe an der Gesellschaft

Die Gruppen werden von zwei Romnija geführt, die mit viel Energie für ihre Schützlinge eintreten und mit ihnen auch an Stadtfesten, Wallfahrten und Sportveranstaltungen teilnehmen. Bei all diesen Aktivitäten ist es enorm wichtig, bei den Kindern und den Erwachsenen das Gefühl zu stärken: „Ihr seid ein Teil der Gesellschaft, ihr gehört in unsere Mitte!“ In diesem Projekt wird von der vielbeschworenen Inklusion nicht nur gesprochen, sondern es werden Schritte zur gleichberechtigten Teilhabe am Leben gesetzt.

Die Corona-Pandemie hat uns vor neue Herausforderungen gestellt – aber wir waren kreativ. Wir hätten nicht gedacht, dass wir einen Kurs „Kommunikation Online“ durchführen werden. Es war ein Erfolg!

Anton Bobak vom Verein SPOLU

Die aktiven Romnija möchten sich weiterentwickeln. Einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen, über eigenes Einkommen zu verfügen ist zu einem wichtigen Ziel geworden. Der Weg dorthin ist nicht leicht, aber mit Zuspruch, Begleitung und Stärkung ist es zu schaffen. Ausbildungen zu Stützlehrerinnen und Pflegerinnen sowie Handarbeits- und Kreativkurse (siehe Foto) wurden in Angriff genommen. Zugleich gibt es Hilfestellungen bei der Jobsuche. Im ersten Jahr konnten zehn  Frauen eine Beschäftigung finden.

Wir haben gelernt, wie wir Vorstellungsgespräche führen und wie wir unsere Unterlagen vorbereiten. Und es hat funktioniert: Ich habe in einem Betrieb Arbeit gefunden und ich kann sie auch behalten.

Anežka und weitere Frauen haben sehr von den Kursen profitiert.

Helfen Sie mit!

Wir wollen weiteren Frauen helfen, eine Ausbildung abzuschließen und eine Arbeit zu finden. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung!

Das Vorgängerprojekt „Agentinnen der Gleichberechtigung“ wurde am 1. Mai 2017 in Wien mit der SozialMarie, einem Preis für sozial innovative Projekte, ausgezeichnet. Weiterlesen >>

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