Höhere Ernten – bessere Ernährung

Der Südwesten Tansanias kann klimatisch in zwei Zonen eingeteilt werden: Einerseits das fruchtbare Hochland, die Kornkammer Tansanias, geprägt von Weizen-, Kaffee- und Teeanbau. Andererseits das trockene Tiefland, in dem sich auch der Bezirk Songwe befindet. Diese Region wird von den Entwicklungsplänen der Regierung vergessen, da man dort aufgrund der Klimakrise mit längeren Dürreperioden und unsicheren Regenfällen wenig Gewinn erwirtschaften kann.

Die Kleinbauern und -bäuerinnen, die vorwiegend Mais, Hirse, Reis und Maniok anbauen, müssen oft schon kurz nach der Ernte einen Teil verkaufen, damit sie wichtige Einkäufe wie Schuluniformen und Medikamente tätigen können. So bleiben oft nicht genügend Grundnahrungsmittel übrig, um ihre Familien ganzjährig zu ernähren.

Viele Familien essen nur einmal am Tag. Nur wenige können sich den Luxus leisten, drei mal am Tag zu essen. Die Kinder gehen ohne Frühstück in die Schule und sind dort nicht wirklich aufnahmefähig. Aber auch für die Eltern, die meist mangel- oder unterernährt sind, ist es schwierig, ihre Arbeit auf den Feldern zu bewerkstelligen!

– Victor El-Nshau von unserer Partnerorganisation ADP Mbozi.

Ein von Welthaus unterstütztes Projekt hat zum Ziel, in 14 Dörfern mit angepassten Methoden die Erträge in der Landwirtschaft zu steigern. Dies betrifft sowohl Ackerbau wie auch Kleintierzucht. Hier erklärt Victor, dass es besonders wichtig sei, Nahrungsmittel mit hohem Nährwert zu verbreiten, damit sich die Ernährungssituation nachhaltig verbessern kann. Durch verbesserte Lagermöglichkeiten und gemeinschaftliche Vermarktung können bessere Preise erzielt werden und damit die Einkommen der Familien erhöht werden.

Im Projekt  lernen Familien auch, wie sie den traditionellen Maisbrei Uji mit Erdnüssen, Soja und selbst angebauter Fingerhirse aufbessern können. So erhalten Kleinkinder alle wichtigen Nährstoffe für eine gute Entwicklung. Vor allem in den ersten beiden Lebensjahren wird der Grundstein für die Entwicklung des Gehirns und des ganzen Körpers gelegt.

Mit diesem Welthaus-Projekt konnte in den letzten Jahren die Zahl der Säuglinge und Kinder mit Mangel- und Unterernährung stark gesenkt werden.
Der verbesserte Brei schmeckt so gut, dass ihn meist die ganze Familie zum Frühstück isst – und so Kraft und Energie für den Tag und die Arbeit am Feld erhält.

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