Corona in der Ukraine: Den Winter überstehen

Die Corona-Krise verschärft die ohnehin schwierige Lage in der Ukraine enorm. Der Verein Viden, unser Partner in der Stadt Konotop, verteilt Hilfspakete und spricht den Menschen in dieser schweren Zeit Mut zu.

Die Corona-Pandemie trifft die Ukraine in einer schwierigen Lage: Der Konflikt um die abtrünnigen autonomen Republiken Donezk und Luhansk schwelt seit Jahren. Das Land ist in einer schweren politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise mit hoher Inflation und finanziellen Engpässen in allen Bereichen. Die Lage hat sich nun mit der vierten Corona-Welle dramatisch verschlechtert. Die Krankenhäuser sind restlos überfüllt, es werden keine Patienten mehr aufgenommen. Die Ukraine gehört bei der Zahl der Todesfälle durch COVID-19 zu den drei weltweit am stärksten betroffenen Ländern.

Keine Arbeit, kein Geld für Essen

Die Auswirkungen der Corona-Krise spürt man täglich: Die Lebensmittelpreise steigen stetig, die Kosten für Heizungen sind kaum zu bewältigen. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. Sie müssen vielfach ohne staatliche Hilfen auskommen. Und der Winter ist da. Unter der Situation leiden besonders Familien mit Kindern sowie alte und kranke Menschen, deren Pension zwischen 60 und 100 Euro liegt. Oft reicht es nicht einmal für die Wohnungskosten. Es fehlt an allem: Nahrungsmittel, warme Kleidung und Heizmaterial. Viele hungern und frieren.

Kranksein ist nicht leistbar

Das Gesundheitssystem ist auch ohne Pandemie am Limit. Der Mindestlohn von rund 190 Euro reicht bei Weitem nicht aus, die nötigen Ausgaben des täglichen Bedarfs zu decken. Wird ein Familienmitglied krank, ist eine Behandlung für viele Familien nicht finanzierbar: Es gibt zwar ein staatliches Gesundheitssystem, es ist aber in sehr schlechtem Zustand. So muss man auch im Krankenhaus in der Regel für Verpflegung, Bettwäsche und Hygiene selbst sorgen und auch die Medikamente selbst bezahlen.

Jugenzentrum in Konotop

Die Lage in der ukrainischen Kleinstadt Konotop mit knapp 90.000 Einwohner:innen im Nordosten des Landes ist trist. Welthaus ist hier seit Jahren in Kooperation mit dem Verein Viden tätig. Die meisten Aktivitäten sind um das Jugendzentrum konzentriert. Hier werden Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen angesprochen. Mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungsangeboten werden ihre Bildungschancen und Berufsperspektiven gewahrt. Derzeit kann der Kontakt mit den Jugendlichen und ihren Eltern nur über Telefon, soziale Medien und Videokonferenzen aufrechterhalten werden, Treffen und Kurse können nur eingeschränkt stattfinden.

Hilfspakete

Zusätzlich betreibt der Verein Viden einen Kindergarten und durch die jahrelange Sozialarbeit ist das Vereins-Büro zu einer der wichtigsten Anlaufstellen in der Stadt für Menschen in Notsituationen geworden. Viele alte, kranke und alleinstehende Menschen bekommen hier eine Unterstützung in ihrer aussichtslosen Lage.

In Konotop werden mit Hilfe von Welthaus Familien und ältere Menschen mit dem Nötigsten versorgt: Lebensmittel und Hygieneartikel, vereinzelt auch Heizmaterial. Regelmäßig werden Hilfspakete an bedürftige Familien übergeben. Schon während der ersten Pandemie-Welle konnte so etlichen Familien geholfen werden.

Der Zustrom an Bedürftigen wird immer größer, was auch für die Mitarbeiter:innen des Vereins sehr belastend ist: „Das schlimmste ist, dass wir mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht, eine genaue Auswahl treffen müssen, wem wir helfen können und wen wir wieder wegschicken müssen. Und das sind sehr viele.“

Gerade jetzt zu Winterbeginn brauchen noch die Menschen im Nordosten der Ukraine ihre Unterstützung!

Bitte helfen Sie uns, weitere Hilfspakete zu finanzieren – mit Ihrer Spende!

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