Kolumbien: Wege der Versöhnung

5. Oktober 2022 | 19 Uhr | ReSoWi, SR 15.13 (Trakt B, 1. Stock), Universitätsstraße 15, Graz

Foto: Unsplash_Flavia Carpio

Vortrag & Diskussion mit Gästen aus Kolumbien

Die Wahl eines linken Ex-Guerilla-Kämpfers zum neuen Präsidenten markiert eine Zeitenwende für Kolumbien: Gustavo Petro setzt auf ein anderes, ein integratives Gesellschaftsmodell, das bisherige Diskriminierungen abbaut, die Beteiligung von ethnischen Minderheiten und von Frauen vorantreibt. Doch um den sozialen Zusammenhalt nach über 50 Jahren Bürgerkrieg wiederherzustellen, ist es noch ein weiter Weg. Der Friede bleibt nach dem Friedensabkommen im Jahr 2016 zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla brüchig, die gesellschaftlichen Gräben sind groß. Armut, Gewalt und die Auswirkungen der Covid-Pandemie verschärfen soziale Spannungen und Ungleichheiten.

Wie trotz allem Versöhnung zwischen den Konfliktparteien gelingen kann, erzählen Kelly Echeverry und Nelson Restrepo. Unsere Gäste aus Kolumbien haben sich intensiv mit dem jahrzehntelangen Konflikt, seinen Ursachen und Folgen auseinandergesetzt. Die erfahrenen Aktivist:innen stellen Methoden und Geschichten vor, die sie in ihrer Arbeit mit der Bevölkerung einsetzen. Sie zeigen Wege auf, wie eine friedliche Zukunft geschrieben werden kann. Eva Huber hat für die Vereinten Nationen in Kolumbien gearbeitet und dabei versucht, nationale und lokale Friedensbemühungen zu unterstützen.

Kelly Echeverry koordiniert das Netzwerk der “Friedensroute der Frauen” (Ruta Pacífica de las Mujeres). Als Historikerin und angehende Juristin setzt sie sich mit tausenden Aktivistinnen für die Einhaltung der Friedensverträge in Kolumbien ein. Im Auftrag der kolumbianischen Regierung und der eingesetzten Kommission für Wahrheitsfindung, hat sie die Geschichten der Frauen dokumentiert. Sie berichtet von ihren Erfahrungen in der Friedensbewegung, der aktuellen Menschenrechtssituation und den Herausforderungen rund um die Einhaltung der Friedensverträge in Kolumbien.

Nelson Restrepo ist Soziologe und hat einen Master in Raumordnung. Seit vielen Jahren ist er Koordinator des Arbeitsbereichs ”BürgerInnenschaft zum Umweltschutz” der Organisation Conciudadania (Partnerorganisation der Dreikönigsaktion). Er begleitet Demokratisierung und politische Teilhabe durch Umweltthemen und Gemeindeprozesse. Die Sorge um die Erde als unser gemeinsames Haus und die Stärkung einer umweltbewussten Bevölkerung hängt wesentlich mit der partizipativen Stadtplanung und Raumordnung zusammen.

Eva Huber ist Politologin und Mitarbeiterin am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung. Aktuell als Projektmanagerin im Bereich Konflikttransformation tätig, arbeitet sie seit längerem unterstützend an der Umsetzung von Friedensprozessen mit, zuletzt vier Jahre lang im Rahmen der politischen Friedensmission der Vereinten Nationen in Kolumbien, welche die Implementierung ausgewählter Kapitel des Friedensvertrages zwischen der kolumbianischen Regierung und der ehemaligen Rebellengruppe FARC-EP verifiziert.

In Kooperation mit dem FB Global Governance des Instituts für Rechtswissenschaftliche Grundlagen, dem Conflict – Peace – Democracy Cluster, der Austrian Development Agency und der Dreikönigsaktion.

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